Zuletzt aktualisiert am 18. September 2026
Der Grundriss deiner Wohnung ist die maßstabsgetreue Draufsicht auf alle Räume – und die Grundlage für jede Umbau-, Einrichtungs- oder Kaufentscheidung. Wer den Grundriss der Wohnung selbst zeichnet, versteht schlagartig, warum ein Raum eng wirkt, wo Stellfläche verloren geht und ob das neue Sofa überhaupt um die Ecke passt. In diesem Ratgeber gehst du in sieben nachvollziehbaren Schritten vom ersten Handmaß bis zum sauberen 2D-Plan: mit den richtigen Symbolen nach DIN 1356-1, korrekt berechneter Wohnfläche nach WoFlV, einem Vergleich der besten kostenlosen Tools und einer Checkliste, mit der dein Plan wirklich vollständig wird. Am Ende hast du einen Grundriss, mit dem du einrichten, Handwerker briefen oder eine Wohnung bewerten kannst.
In diesem Ratgeber: alle Seiten rund um Grundriss und Raumplanung
Diese Seite ist der zentrale Einstieg ins Thema „Räume planen und aufteilen». Von hier springst du gezielt in die vertiefenden Anleitungen:
Grundriss zeichnen & planen
- Raumplaner online – 3D-Tools mit Möbelkatalog, AR und Rundgang im Vergleich
- Haus zeichnen – vom Umriss zum kompletten Gebäudeentwurf in 2D und 3D
- Bauplan Haus lesen – Symbole, Maßstab und Legende verständlich erklärt
- Kosten Grundriss erstellen – Preise von Architekt, Bauzeichner und Online-Dienst
- Kostenlos Haus planen – 13 Gratis-Programme und ihre Grenzen
KI & digitale Tools
- KI Raumgestaltung ohne Anmeldung – Foto hochladen, Stil wählen, Ergebnis in Sekunden
- Möbel zeichnen App kostenlos – wann sich Software gegenüber der Handskizze lohnt
Räume aufteilen & Grundrisstypen
- Ideen Raumaufteilung – offene Grundrisse in Zonen gliedern
- 45 qm Wohnung Grundriss – zwei Zimmer clever aufteilen
- Einfamilienhaus Ideen – Grundriss und Innenraum planen
Stauraum & Möbel
- Ideen für Stauraum – 15 clevere Lösungen für jede Wohnung
- Garderobe planen – Maße, Tiefen und Laufwege für den Flur
- Wohnwände zum selber zusammenstellen – modular kombinieren
- Möbel bauen – der ehrliche Einstieg für Anfänger
Was ist ein Grundriss – und welche Arten gibt es?
Ein Grundriss ist ein waagerechter Schnitt durch ein Geschoss, etwa einen Meter über dem Fußboden, von oben betrachtet. Alles, was der Schnitt trifft – Wände, Türen, Fenster, Treppen – wird maßstäblich dargestellt. Für Wohnungen unterscheidet man vor allem drei Varianten:
- Bestandsgrundriss: zeigt die Wohnung so, wie sie heute ist. Basis für Umbau, Einrichtung und Verkauf.
- Entwurfs- oder Umbaugrundriss: zeigt eine geplante Änderung – versetzte Wand, neuer Durchbruch, andere Raumaufteilung.
- Möblierungsgrundriss: der Bestandsgrundriss mit eingezeichneten Möbeln, Teppichen und Laufwegen. Genau das planst du am Ende im Raumplaner online.

Für die meisten privaten Zwecke reicht ein sauberer Bestandsgrundriss mit Maßen, den du selbst erstellst. Ein von einer Fachperson erstellter, bankfähiger Plan wird erst bei Finanzierung, Bauantrag oder Beleihung nötig.
Grundriss der Wohnung zeichnen: die 7 Schritte im Überblick
Egal ob du am Ende zu Bleistift und Millimeterpapier greifst oder ein Programm nutzt – die Reihenfolge bleibt gleich. Erst messen, dann skizzieren, dann digitalisieren.
- Raum für Raum aufmessen – Wandlängen, Nischen, Vorsprünge, lichte Raumhöhe.
- Handskizze anfertigen – grob und nicht maßstäblich, nur als Gerüst für die Maße.
- Maßstab festlegen – für Wohnungen hat sich 1:50 oder 1:100 bewährt.
- Außen- und Innenwände zeichnen – immer von den tragenden Außenwänden nach innen.
- Öffnungen ergänzen – Türen mit Anschlag, Fenster mit Brüstungshöhe.
- Symbole und Ausstattung eintragen – Sanitär, Küche, Heizkörper, Elektro.
- Maßketten und Flächen ergänzen – Raummaße, Türbreiten, Quadratmeter je Raum.

Schritt 1–2: Aufmessen und Handskizze
Nimm einen Laser-Entfernungsmesser oder ein 5-Meter-Bandmaß und miss jede Wand einzeln – nicht „über den Daumen» von Ecke zu Ecke. Trag die Werte direkt in eine grobe Handskizze ein. Geh dabei immer im selben Drehsinn durch den Raum (zum Beispiel im Uhrzeigersinn), dann vergisst du keine Wand. Wichtig sind auch Dinge, die später Stellfläche kosten: Heizkörper, Fensterbänke, Türanschläge, Schornsteinvorsprünge, Rohrkästen und die Höhe von Dachschrägen. Wer diese Details in der Skizze vergisst, plant später mit Räumen, die es so nicht gibt.
Notiere zu jedem Raum außerdem: lichte Raumhöhe, Fensterbreite und Brüstungshöhe, Türbreite und Anschlagseite, Position von Steckdosen und Anschlüssen. Fotografiere jede Ecke mit dem Handy – zu Hause kannst du damit Unklarheiten in der Skizze auflösen, ohne noch einmal hinfahren zu müssen.

Schritt 3–5: Maßstab, Wände und Öffnungen
Beim Grundriss zeichnen gilt: 1:100 bedeutet, dass ein Zentimeter auf dem Papier einem Meter in der Wirklichkeit entspricht. Für einzelne Zimmer ist 1:50 angenehmer, weil Möbel und Türen deutlicher werden. Zeichne zuerst die Außenwände als geschlossenen Umriss, dann die tragenden Innenwände, zuletzt die leichten Trennwände. Tragende Wände sind meist 17,5 bis 36,5 cm dick, leichte Trennwände 10 bis 12 cm. Türen bekommen einen Viertelkreis, der die Aufschlagrichtung zeigt – das ist später entscheidend für die Möblierung. Fenster werden als doppelte oder dreifache Linie in der Wandöffnung dargestellt.
Schritt 6–7: Symbole, Maßketten und Flächen
Jetzt kommen die genormten Symbole hinein (siehe nächster Abschnitt) sowie die Maßketten: außen die Gesamtlänge, innen die einzelnen Raummaße und die lichte Breite von Türen und Durchgängen. Zum Schluss berechnest du die Fläche je Raum und die Wohnfläche insgesamt. Bei rechteckigen Räumen ist das Länge mal Breite; bei Erkern, Schrägen und Nischen zerlegst du die Fläche in Rechtecke und Dreiecke und addierst sie. Damit hast du einen Plan, der sich für Einrichtungsplanung, Maklerexposé oder das Gespräch mit dem Handwerker eignet.
Das richtige Werkzeug zum Aufmessen
Die Qualität deines Grundrisses steht und fällt mit den Ausgangsmaßen. Diese Ausrüstung reicht für eine komplette Wohnung:
- Laser-Entfernungsmesser – misst Wandlängen sekundenschnell und genauer als jedes Bandmaß, auch über 5 Meter. Für einmalige Nutzung günstig zu leihen.
- 5-m-Bandmaß – für kurze Strecken, Nischen und Türbreiten.
- Zollstock – für Brüstungshöhen, Sockelleisten und schräge Ecken.
- Klemmbrett und Bleistift – Handskizze immer analog, nicht am Handy.
- Handy-Kamera – jede Ecke fotografieren, damit du zu Hause Details nachvollziehen kannst.
Miss jede Wand zweimal. Wenn die Werte um mehr als zwei Zentimeter abweichen, miss ein drittes Mal. Kontrolliere außerdem die Diagonalen eines Raums: Sind sie unterschiedlich lang, ist der Raum nicht rechtwinklig – das kommt im Altbau häufig vor und muss in den Plan. Ein einfacher Trick: Miss die beiden Diagonalen von Ecke zu Ecke; bei einem Rechteck sind sie exakt gleich lang.
Grundriss-Symbole nach DIN 1356-1 richtig lesen
Bauzeichnungen sind genormt, damit Architekt, Bauzeichner und Handwerker dasselbe verstehen. Die wichtigsten Symbole im Wohnungsgrundriss:

| Element | Darstellung im Grundriss |
|---|---|
| Tragende Wand | dick, meist schraffiert oder gefüllt |
| Leichte Trennwand | dünne Doppellinie |
| Tür | Öffnung in der Wand + Viertelkreis (Aufschlag) |
| Schiebetür | Öffnung mit parallel versetztem Türblatt |
| Fenster | zwei bis drei parallele Linien in der Wandöffnung |
| Treppe | parallele Stufen mit Pfeil in Steigrichtung |
| Sanitär | vereinfachte Draufsicht von WC, Waschbecken, Wanne, Dusche |
| Küche | Rechtecke für Zeile und Geräte, Kreis für Kochfeld |
| Heizkörper | schmales Rechteck an der Wand, meist unter dem Fenster |
| Schornstein / Rohrkasten | kleines Quadrat, oft mit Kreuz |
| Nordpfeil | Pfeil mit „N» – zeigt die Himmelsrichtung |
Wenn du unsicher bist, wie ein fremder Plan zu lesen ist, hilft dir die ausführliche Erklärung im Beitrag Bauplan Haus lesen und verstehen weiter. Dort sind auch Legende, Plankopf und Maßketten Schritt für Schritt erklärt.
Wohnfläche berechnen nach WoFlV – so zählen die Räume
Ein häufiger Fehler: einfach alle Raumflächen addieren. Die Wohnflächenverordnung (WoFlV) rechnet anders, und genau das steht am Ende im Mietvertrag oder Exposé:
- Raumhöhe ab 2,00 m: Fläche zählt vollständig (100 %).
- Raumhöhe 1,00 m bis unter 2,00 m: Fläche zählt zur Hälfte (50 %) – wichtig bei Dachschrägen.
- Raumhöhe unter 1,00 m: zählt gar nicht.
- Balkon, Loggia, Dachgarten, Terrasse: in der Regel zu 25 %, höchstens 50 %.
- Unbeheizte Nebenräume wie Keller, Waschküche oder Abstellraum außerhalb der Wohnung zählen nicht zur Wohnfläche.
- Treppen mit mehr als drei Steigungen werden von der Grundfläche abgezogen.

Für eine Dachgeschosswohnung heißt das: Der nutzbare Eindruck und die „offizielle» Wohnfläche können deutlich auseinanderliegen. Trag die Höhenlinie (1,00 m und 2,00 m) in deinen Grundriss ein, dann siehst du sofort, welcher Anteil voll zählt.
Für Bauvorhaben und Grundstücke tauchen zusätzlich die Kennwerte GRZ (Grundflächenzahl) und GFZ (Geschossflächenzahl) im Bebauungsplan auf – sie legen fest, wie viel Grundfläche und Geschossfläche auf einem Grundstück zulässig sind. Für einen reinen Wohnungsgrundriss brauchst du sie nicht, wohl aber, wenn du ein Haus zeichnen und planen willst.
Grundriss mit Maßen: welche Angaben nicht fehlen dürfen
Ein Grundriss mit Maßen ist erst dann brauchbar, wenn folgende Werte drinstehen:
- Länge und Breite jedes Raums (innen, lichte Maße)
- Gesamtabmessungen der Wohnung außen
- lichte Türbreiten – gerade für Umzug und Barrierefreiheit entscheidend
- Fensterbreiten und Brüstungshöhen
- Positionen von Heizkörpern, Steckdosen und Anschlüssen
- Raumhöhe (und bei Schrägen die Kniestockhöhe)
- Wandstärken, zumindest tragend/nicht tragend unterschieden
Diese Maße sind die Basis, wenn du anschließend im Raumplaner online die Möbel platzierst oder mit einer KI-Raumgestaltung verschiedene Einrichtungsvarianten durchspielst. Ohne verlässliche Maße ist jede digitale Planung nur geraten.
Grundriss zeichnen online und kostenlos: welche Tools taugen?
Für einen 2D-Grundriss kostenlos brauchst du keine teure CAD-Lizenz. Browserbasierte Programme reichen für Wohnungsgrundrisse völlig aus. Sie arbeiten maßstäblich, kennen Wand-, Tür- und Fenster-Werkzeuge und wechseln auf Knopfdruck in eine 3D-Ansicht.
| Tool | Stärke | Grenze in der Gratis-Version |
|---|---|---|
| Sweet Home 3D | komplett kostenlos, ohne Konto, Download | nüchterne Optik |
| Floorplanner | schnelles Zeichnen, schöne Grundrisse | nur ein Projekt, Export limitiert |
| RoomSketcher | sehr saubere 2D-Pläne | 3D-Bilder kostenpflichtig |
| Planner 5D | großer Möbelkatalog, 2D/3D | viele Objekte kostenpflichtig |
| meinHausplaner | auf Grundriss- und Hausplanung ausgelegt | Windows-lastig |
Achte bei der Toolwahl auf typische Fallstricke der „kostenlosen» Angebote:
- Export nur mit Wasserzeichen oder in Mini-Auflösung in der Gratis-Version.
- Zwangsregistrierung, bevor du überhaupt etwas zeichnen darfst.
- Projektlimit – oft nur ein einziger Plan gratis speicherbar.
- Maßeinheit lässt sich nicht auf Meter/Zentimeter umstellen.
- PDF-Export hinter der Bezahlschranke, obwohl das Zeichnen frei ist.
Wenn ein Tool bereits vor der ersten Linie nach Kreditkartendaten fragt, ist es kein echtes Gratis-Angebot. Einen ausführlichen Vergleich mit konkreten Programmen findest du unter Kostenlos Haus planen und – speziell für Raumplaner mit Möbelkatalog – unter Raumplaner online.
Grundriss zeichnen mit App oder am Rechner: 2D und 3D
Für unterwegs gibt es Grundriss-Apps, die Räume halbautomatisch vermessen – teils über die Kamera und den LiDAR-Sensor moderner Smartphones. Du gehst durch die Wohnung, tippst die Ecken an, und die App erzeugt einen ersten 2D-Grundriss. Das Ergebnis ist gut genug für eine Einrichtungsplanung, aber nicht zentimetergenau. Für verbindliche Maße misst du die entscheidenden Wände mit dem Laser nach.
Am Rechner arbeitest du präziser: Du gibst reale Wandlängen ein, das Programm rastet Winkel und Raster ein, und der Wechsel in die 3D-Ansicht zeigt sofort die Höhenwirkung. Wer sich einarbeiten will, findet den Weg vom 2D-Plan zum begehbaren 3D-Modell im Beitrag Haus zeichnen. Reine Möbelentwürfe – etwa ein Einbauschrank in die Nische – gehören dagegen in eine Möbel zeichnen App.
Digital oder auf Papier zeichnen?
| Kriterium | Handzeichnung | Digitales Tool |
|---|---|---|
| Einstieg | sofort, kein Lernen | 15–30 Min. Einarbeitung |
| Änderungen | neu zeichnen | per Klick verschieben |
| 3D-Ansicht | nicht möglich | auf Knopfdruck |
| Möbel testen | umständlich | Katalog per Drag-and-drop |
| Weitergabe | abfotografieren | PDF, Link, Ausdruck |
| Genauigkeit | abhängig von Sorgfalt | exakt maßstäblich |
Für eine schnelle Notiz reicht Papier. Sobald du Einrichtungsvarianten vergleichen, Wände versetzen oder den Plan mit anderen teilen willst, spielt ein digitales Tool seine Stärken aus. Viele nutzen beides: Handskizze beim Aufmessen, Reinzeichnung am Rechner.
Handskizze zuerst, dann digitalisieren – warum das schneller ist
Viele starten direkt im Programm und verlieren Zeit mit der Bedienung, während die Maße noch fehlen. Der schnellere Weg: Erst mit Papier durch die Wohnung gehen, alles aufnehmen, eine grobe Haus-Skizze zeichnen. Diese Skizze ist dein „Bauplan für den Bauplan». Am Rechner tippst du dann nur noch die gesicherten Werte ab. Das reduziert Fehler und du musst nicht dreimal durch die Wohnung laufen, weil eine Nische fehlt.
Mietwohnung: den vorhandenen Grundriss nutzen
Zu vielen Wohnungen gibt es bereits einen Grundriss – im Exposé, im Mietvertrag oder beim Vermieter. Der ist oft nicht maßstabsgetreu gedruckt, enthält aber die Raumaufteilung. So machst du ihn brauchbar: Scanne oder fotografiere ihn gerade von oben, lege ihn in einem kostenlosen Tool als Hintergrundbild ab und skaliere ihn an einer real gemessenen Strecke (etwa einer 3,00 m langen Wand). Danach zeichnest du die Wände exakt nach und hast in wenigen Minuten einen maßhaltigen digitalen Grundriss, ohne die ganze Wohnung neu aufzumessen. Kontrolliere trotzdem zwei, drei kritische Maße vor Ort – Türbreiten und die Wand, an der das größte Möbel stehen soll.
Worked Example: 3-Zimmer-Wohnung Schritt für Schritt
Ein kurzes Beispiel macht den Ablauf konkret. Angenommen, du hast eine 72-m²-Wohnung mit Flur, Wohnzimmer, zwei Schlafzimmern, Küche und Bad:
- Rundgang mit Laser: Flur 1,20 m × 4,10 m, Wohnzimmer 4,30 m × 4,80 m, Schlafzimmer 1 3,10 m × 3,60 m, Schlafzimmer 2 2,70 m × 3,40 m, Küche 2,40 m × 3,20 m, Bad 1,90 m × 2,60 m.
- Handskizze: Räume grob in ihrer Lage zueinander anordnen, alle Maße eintragen, Türanschläge einzeichnen.
- Maßstab 1:100 im Tool wählen, Blattgröße A4 quer.
- Außenwände als Rechteck mit rund 8,40 m × 9,10 m Außenmaß zeichnen (grob geprüft über die Zimmergrößen plus Wandstärken).
- Innenwände setzen, Räume abteilen, Wandstärke 11,5 cm für Trennwände, 24 cm für tragende Wände.
- Türen (Standard 0,86 m) und Fenster platzieren, Bad- und Küchentür oft schmaler.
- Sanitär und Küchenzeile als Blöcke einzeichnen, Heizkörper unter die Fenster.
- Maßketten außen und innen, Flächen je Raum, Summe kontrollieren: Die Einzelflächen plus Wände sollten in etwa auf die 72 m² kommen.

Weicht die Summe stark ab, hast du dich vermessen oder eine Nische vergessen. Genau dafür ist die Flächenkontrolle da. Rechne ruhig nach: 4,30 × 4,80 = 20,6 m² Wohnzimmer, 3,10 × 3,60 = 11,2 m² Schlafzimmer 1 und so weiter – die Summe der Raumflächen liegt bei einer 72-m²-Wohnung typischerweise bei 62 bis 66 m², der Rest sind Wände.
Häufige Fehler beim Grundriss zeichnen
- Wände „über Eck» gemessen statt jede Wand einzeln – ergibt schiefe Räume im Plan.
- Türanschlag vergessen – später steht der Schrank dort, wo die Tür aufschlägt.
- Wandstärken ignoriert – Innenmaße addiert, ohne die Wände dazwischen einzurechnen.
- Kein Maßstab gewählt – die Zeichnung sieht gut aus, stimmt aber in den Proportionen nicht.
- Heizkörper und Fensterbänke fehlen – die realen Stellflächen werden überschätzt.
- Dachschräge als volle Fläche gerechnet – die nutzbare Fläche ist kleiner als gedacht.
- Nur ein Geschoss betrachtet – bei Maisonette-Wohnungen fehlt der Bezug zwischen den Ebenen.
Grundriss für Einrichtung und Raumaufteilung nutzen
Ein fertiger Grundriss ist kein Selbstzweck. Er ist das Werkzeug, um Räume besser zu nutzen:
- Laufwege prüfen: Gibt es tote Flure oder Flächen, die nur zum Durchgehen da sind? Ideen dazu im Beitrag Ideen Raumaufteilung.
- Zonen bilden: In offenen Grundrissen Ess-, Wohn- und Arbeitsbereich mit Möbeln statt Wänden trennen.
- Stauraum finden: Nischen, Wandflächen bis zur Decke und Podeste einzeichnen – konkrete Vorschläge unter Ideen für Stauraum und für den Flur unter Garderobe planen.
- Kleine Wohnungen: Bei niedrigen Quadratmeterzahlen lohnt der Blick in 45 qm Wohnung Grundriss.
- Möbel selbst bauen: Passt kein Standardmöbel in die Nische, hilft der Beitrag Möbel bauen, und für Wohnwände nach Maß Wohnwände zum selber zusammenstellen.
Grundriss weitergeben und archivieren
Ist der Plan fertig, exportiere ihn als PDF in Originalgröße und zusätzlich als Bilddatei für schnelle Weitergabe per Nachricht. Sinnvoll sind zwei Versionen: eine „leere» mit reinen Raummaßen und eine möblierte Variante für die Einrichtungsplanung. Speichere die Projektdatei des Tools zusätzlich ab – so kannst du den Grundriss später anpassen, ohne komplett neu zu zeichnen. Wer den Plan an Handwerker gibt, legt eine gedruckte A3-Version mit gut lesbaren Maßketten dazu.
Wann du den Grundriss erstellen lassen solltest
Für Einrichtungsplanung, Möbelkauf und die eigene Übersicht genügt der selbst gezeichnete Plan. Sobald es um einen Bauantrag, eine Finanzierung oder den Verkauf geht, brauchst du einen fachlich erstellten Grundriss – oft nach DIN 277 und bankfähig. Was das kostet (von rund 18 Euro beim Online-Dienst bis mehrere Tausend Euro beim Architekten), steht im Detail unter Kosten Grundriss erstellen.
Checkliste: Ist dein Grundriss vollständig?
- Maßstab angegeben (1:100 oder 1:50)?
- alle Raummaße innen, lichte Türbreiten eingetragen?
- Fenster mit Breite, Türen mit Anschlagrichtung?
- Heizkörper, Steckdosen, Anschlüsse markiert?
- Nordpfeil vorhanden?
- Fläche je Raum und Wohnfläche gesamt berechnet?
- bei Dachschräge: Höhenlinien 1,00 m und 2,00 m eingezeichnet?
- Wandstärken unterschieden (tragend / nicht tragend)?
- Projektdatei gespeichert und als PDF exportiert?
Guten von schlechtem Grundriss unterscheiden
Ein fertiger Grundriss ist auch ein Bewertungswerkzeug – gerade bei der Wohnungssuche. Merkmale eines guten Grundrisses:
- Wenig Verkehrsfläche: Flure sind kurz oder mit Stauraum belegt, keine langen Stichgänge.
- Sinnvolle Zimmerreihung: Bad und Küche liegen an gemeinsamen Installationswänden, Schlafräume nicht direkt neben dem Wohnzimmer.
- Rechteckige Räume lassen sich besser möblieren als L-Formen oder Räume mit vielen Vor- und Rücksprüngen.
- Ausreichend Wandfläche zwischen den Türen, um Möbel aufzustellen.
- Fenster nicht in jeder Ecke: zusammenhängende Fensterbänder lassen mehr Stellfläche als vier einzeln verteilte Fenster.
- Tageslicht in den Aufenthaltsräumen, Bäder und Abstellräume dürfen innenliegend sein.

Warnsignale sind Durchgangszimmer (ein Raum nur über einen anderen erreichbar), fensterlose Aufenthaltsräume, ein Bad direkt an der Wohnungstür oder Räume unter 8 m², die als vollwertiges Zimmer verkauft werden.
Grundriss-Beispiele nach Wohnungsgröße
- 1-Zimmer, 30–40 m²: ein Hauptraum mit Schlaf- und Wohnzone, abgetrennte Küche oder Küchenzeile, kleines Bad. Eine Schlafnische oder ein halbhoher Raumteiler schafft Rückzug.
- 2-Zimmer, 45–60 m²: Wohnraum plus separates Schlafzimmer, Küche getrennt oder offen. Der Klassiker für Singles und Paare – Details unter 45 qm Wohnung Grundriss.
- 3-Zimmer, 65–85 m²: Wohnzimmer, zwei Schlaf- oder Arbeitszimmer, meist mit separater Küche und Abstellraum. Gut für kleine Familien oder Paare mit Homeoffice.
- 4-Zimmer, 85–110 m²: Familienwohnung mit Elternschlafzimmer, zwei Kinderzimmern und Wohnzimmer, oft zweites Bad oder Gäste-WC.
Wie du eine bestehende Aufteilung in Zonen gliederst, ohne Wände zu versetzen, steht unter Ideen Raumaufteilung.
Häufige Fragen zum Grundriss der Wohnung
Wie zeichne ich einen Grundriss meiner Wohnung kostenlos?
Miss jede Wand einzeln aus, erstelle eine Handskizze mit allen Maßen und übertrage sie in ein kostenloses Browser-Tool wie Sweet Home 3D oder Floorplanner. Wähle Maßstab 1:100, zeichne erst die Außenwände, dann Innenwände, Türen und Fenster, und ergänze zum Schluss Maßketten und Flächen.
Welcher Maßstab ist für einen Wohnungsgrundriss üblich?
Für die gesamte Wohnung ist 1:100 Standard, für einzelne Räume mit Möblierung ist 1:50 übersichtlicher. Für einen Bauantrag ist in Deutschland grundsätzlich 1:100 vorgeschrieben.
Zählt eine Dachschräge zur Wohnfläche?
Nur teilweise. Flächen unter einer Raumhöhe von 2,00 m zählen zu 50 %, Flächen unter 1,00 m gar nicht. Erst ab 2,00 m Höhe zählt die Fläche voll. Deshalb weicht die Wohnfläche einer Dachwohnung oft von der reinen Grundfläche ab.
Brauche ich für den Grundriss einen Architekten?
Für Einrichtung, Möbelkauf oder das eigene Verständnis nicht. Für Bauantrag, Kreditgespräch oder Immobilienverkauf brauchst du einen fachlich erstellten, meist bankfähigen Grundriss.
Wie erkenne ich ein seriöses kostenloses Grundriss-Tool?
Du kannst ohne Kreditkarte und ohne Zwangsanmeldung sofort zeichnen, die Maßeinheit lässt sich auf Meter stellen, und der Export erfolgt ohne aufgezwungenes Wasserzeichen in brauchbarer Auflösung. Fragt ein Tool vor der ersten Linie nach Zahlungsdaten, ist es nicht wirklich gratis.
Wie lange dauert es, einen Wohnungsgrundriss zu zeichnen?
Das Aufmessen einer 3-Zimmer-Wohnung dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Die Reinzeichnung in einem Tool noch einmal ein bis zwei Stunden, beim ersten Mal etwas länger wegen der Einarbeitung.
Kann ich einen Grundriss aus einem Foto erstellen lassen?
Ja. Online-Dienste digitalisieren eine Handskizze oder ein Foto zu einem sauberen Grundriss ab etwa 18 Euro. Für Vermarktung reicht das; bankfähig ist so ein Plan nicht.


